Sechs Yogacharaktere, die dir in deiner Yogalaufbahn begegnen werden

Es gibt verschiedene Yogacharaktere, die dir im Laufe deines Yogidaseins begegnen. Sie können liebenswert sein, inspirierend, oder nervig und unangenehm. Ich habe in den letzten Jahren einige dieser Charaktere kennengelernt und in meinem Leben auf Bali noch viel geballter erlebt. Ich denke es ist Zeit für ein Resümee. Der folgende Text kann Spuren von Selbstreflektion enthalten.

Typ 1: Der Fitness Yogi

Der Fitness Yogi begegnet dir in einer Ashtanga, Vinyasa oder Bikram Klasse. Er erwartet von Yoga vor allem ein schweißtreibendes Workout und flexibler zu werden. Er hält nicht viel von den spirituellen Reden seiner Yogalehrer und geht während der Asanas an seine Grenzen. Er strebt nach Perfektion des Asana und weniger nach Fokus auf die Atmung. Yoga hat er gewählt, weil es körperlich gut tut, auf spiritueller Ebene gibt es für ihn keinen Unterschied zu Pilates oder Zumba. Ich habe diesen Yogatypen lange verurteilt. Mittlerweile sehe ich das anders, denn ich selbst habe Yoga als Workout angefangen.

Typ 2: Der arrogante Yogi

Der arrogante Yogi fühlt sich Anfängern, die noch nicht viel über Yoga wissen, überlegen. Er verurteilt Yogastile, die ihm nicht liegen und hat generell die Weisheit mit Löffeln gefressen. Er hat im Gegensatz zu dir verstanden, worum es im Leben geht. Er ist davon überzeugt, dass nicht jeder Yoga praktizieren sollte, da es nur besonderen Menschen wie ihm vorbehalten ist. Er präsentiert sein Wissen gern vor anderen Yogis und Nicht-Yogis und genießt die Anerkennung.

Typ 3: Der sexy Yogi

Oder besser gesagt die sexy Yogini. Sie ist die Motivation für den ein oder anderen Mann in die erste Yogaklasse zu gehen, um im Downward Dog eine schöne Aussicht zu genießen. Die sexy Yogini weiß, dass sie verführerisch aussieht und die Asanas ihr schmeicheln. Sie trägt ihre Yogahosen eng und ihre Tops kurz. Sie kann durch ihre Erfahrung und ihr Wissen beeindrucken und strahlt Selbstbewusstsein aus. Ich denke es ist großartig, dass immer mehr Männer Interesse an Yoga bekommen. Was sie dabei am Anfang motiviert hat sei ihnen überlassen.

Typ 4: Der Instagram Yogi

Okay, der Instagram Yogi ist mit allen Wassern gewaschen. Diesen Yoga Charakter wirst du auf Bali häufig finden. Er hängt hauptsächlich am Smartphone und findet bei jeder Gelegenheit ein perfektes Motiv für Yogaposen an Strand, Reisfeldern oder in Tempeln. Die Tempel benötigen daraufhin eine teure spirituelle Reinigung, aber lassen wir das außen vor. Auch yogisches Essen und Yogaoutfits werden bei jeder Gelegenheit festgehalten. Wirkliche Präsenz kann nicht stattfinden, wenn das Smartphone im ständigen Einsatz ist.

Typ 5: Der „verlorene“ Yogi

Der verlorene Yogi ist liebenswert. Er ist fasziniert von der Yogaphilosophie und dem Effekt, den Yoga auf ihn hat. Gleichzeitig gefallen ihm die Dinge des Lebens, die nicht „yogisch“ sind: Junkfood, Partys, Alkohol, Shopping, Sex. Er fühlt sich gefangen zwischen yogischer Disziplin und La dolce vita. Einmal ist er überzeugt, dass das Yogi Leben richtig für ihn ist, dann wendet er sich ab und nimmt das alles weniger ernst. Dieser Typ Yogi erfährt am eigenen Leib, was für ihn gut und schlecht ist.

Typ 6: Der wahre Yogi

Der wahre Yogi ist der, der es dir nicht auf die Nase bindet, nicht zu jeder Yogastunde ein neues Outfit trägt und dir nicht den Veganismus aufzwingt. Er lebt Yoga für sich und praktiziert auch dann, wenn keiner zuschaut. Er verurteilt keine anderen Yogastile und ist offen für alles, was ihn spirituell wachsen lässt. Dazu muss er nicht ohne Alkohol leben oder einen perfekten Handstand können. Der wahre Yogi fällt dir nicht sofort auf, ist aber einer der inspirierensten Menschen, dem du begegnen kannst.

Was wir alle gemeinsam haben

Letztendlich haben wir eines gemeinsam: Die Liebe zu Yoga. Ich war lange überzeugt, es gäbe einen Weg, wie ein Yogi zu sein hat. Mittlerweile denke ich: wo du stehst, wirst du lernen. Ob Yoga dich erstmal nur fit machen soll, oder du Follower durch schöne Yogaposen gewinnen willst. Verurteilst du den Fitness Yogi, den Instagram Yogi, oder einen anderen Typen? Dann kannst du dich in die Schublade „Arroganter Yogi“ stecken. Und egal wie wir Yogis Yoga praktizieren oder präsentieren, es wird die wahre Essenz von Yoga nicht ändern.

Fällt dir noch ein anderer Yogatyp ein? Kannst du dich in einem oder mehreren Typen wiederfinden? Ich freue mich, deine Meinung zu hören.

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5 Kommentare

  1. Haha lieb ich <3
    Ich muss sagen ich hab von mehreren deiner beschriebenen Yogis etwas. Yogi mit multipler Persönlichkeit quasi…

    Alles Liebe aus Wien
    Julia

    1. Hallo Julia,

      geht mir genauso, der Beitrag war ein großes Stück Selbstreflektion.

      Liebe Grüße aus Bali!

      Jasmin

  2. Jasmin, danke für den Artikel…. Ob die großen Yoga Meister der gleichen Meinung wären… dass ein wahrer Yogi mit Alkohol praktizieren kann… Alkohol macht den Körper kaputt, unter Alkoholkonsum passieren böse und schlimme Sachen , wie Todesunfälle, Ehen gehen auseinander, man wird süchtig danach, Vergewaltigungen usw… Die Liste ist lang… Meinst du wirklich, dass das die wahren Yogis sind? Oder sind es nur liebe und tolle Menschen, die sich doch vom Alkohol nicht trennen können….? Es sind keine Vorurteile, bitte nicht falsch verstehen. Aber Realität sieht manchmal doch anders aus…. Namaste!

    1. Liebe Rita,

      danke für deinen Kommentar. Ja, Alkoholkonsum benebelt und die Yogapraxis ist danach weniger effektiv. Ich denke dich stört, dass ich die Typen 1-5 überhaupt als Yogis bezeichne. Aber ich finde, egal welche Schwächen wir haben, wir teilen die Liebe zum Yoga und wir haben es als Tool für ein besseres „Ich“ entdeckt. Deswegen ist der letzte Yogi, den ich aufzähle, der „wahre“ Yogi.

      Die Auflistung sollte man mit Humor nehmen und ist lediglich eine Beobachtung unserer Yogaszene. Ich denke, Yoga ist für jeden. Und mit der Zeit und intensiverer Praxis wird sich Typ 1-5 von den Dingen lösen, die ihre Yogapraxis einschränken, oder sie wenden sich vom Yoga ab, da es nicht ihre beständige Praxis ist.

      Liebe Grüße,

      Jasmin

      1. Liebe Jasmin,

        ich danke dir ebenso für deine Antwort und bin ganz deiner Meinung. Yoga ist für jeden. Und auch ich habe natürlich Haufen „schwache Punkte“ :))) , an denen ich arbeiten muss… ))

        Liebe Grüße und Namaste,

        Rita