Yoga Skandale: Die gefährliche Macht von Gurus

Ein weiterer großer Skandal in der Yoga Welt hat mich in den letzten Woche ganz schön aufgewühlt, sodass ich entschieden habe meiner schon länger bestehenden Empörung im Yogablog freien Lauf zu lassen. Denn neben all den schönen Yogaposen und How-To-Do’s ist es wichtig, dass man mal über die Schattenseite spricht, oder?

Der neueste Yoga Skandal

Ursprung meiner Wut? Noch so ein Fall, in dem ein „Guru“ sich an Schülern vergangen hat. „Guru“ in Anführungsstrichen, weil diese Person in keinster Weise ein spiritueller Lehrer ist, sondern nur in dieser Position sitzt um seine kranken Fantasien auszuleben: Der Gründer von Agama Yoga auf Koh Phangan, Thailand, Swami Vivekananda Saraswati und weitere Yogalehrer wurden kürzlich der sexuellen Belästigung und sogar Vergewaltigung angeklagt. Die Verbrechen sollen über Jahre hinweg geschehen sein.

Einen ähnlichen Fall gab es auf meiner geliebten ehemaligen Wahlheimat Bali: Da kam das Yoga Barn in Ubud in Verruf, weil dort eine Yogalehrerin Schüler über Jahre hinweg zu sexuellen Akten gezwungen oder gedemütigt hat. Die Yogalehrerin unterrichtete 8 Jahre lang im Yoga Barn in Ubud, Bali. Sie wurde von verschiedenen Schülern wegen sexueller Nötigung, Gewalttätigkeiten und Erniedrigung angeklagt.

Und das sind nur zwei Beispiele von vielen. Da fallen mir Namen ein wie Osho, Choudry Bikram, John Friend. Wenn du da mal etwas recherchierst zieht es dir die Socken aus und das Einzige was du noch tun willst ist deine Matte ganz alleine für dich ausrollen und dein eigener Meister sein.

Das blinde Folgen eines Guru’s ist meiner Meinung nach gefährlich. Inspiration? Ja. Blinder Gehorsam? Nein. Ich finde, jeder sollte sein eigener Meister sein. Ein Guru oder ein Yogalehrer gibt dir ein Tool mit auf den Weg, dass du nutzen kannst, um wieder mehr zu dir selbst zu kommen. Wenn er von dir verlangt, dass du mit ihm intim wirst, um einen höheren spirituellen Stand zu erreichen, dann ist dein Guru kein Guru, sondern einfach nur ein Manipulateur, der sich unter dem Yogadeckmantel Macht verschafft.

Inspiration? Ja. Blinder Gehorsam? Nein.

Das Interessante an den erwähnten „spirituellen Lehrern“ ist, dass sie eine zutiefst ethische Lebensweise predigen und dann aber über Jahre hinweg ihre Machtposition missbrauchen, um Schülerinnen zu verführen und sogar zu vergewaltigen. Sie haben keinerlei Ahnung von Spiritualität und interessieren sich in keinster Weise für etwas anderes als Ihre Macht über ihre Schüler.

Yoga ist Einheit. Mit dir selbst. Nicht mit einem Guru, der sich an dir vergeht. Ich finde es erschütternd, wie es sein kann, dass…

  • ein „Guru“ seine Position in so einer furchtbaren Weise ausnutzen kann
  • ein Schüler so verblendet sein kann, dass er denkt auf diese Art und Weise Erleuchtung zu erlangen
  • zu viele Yogis davon wissen und nichts tun

Ich persönlich habe so etwas noch nicht erlebt und bin sehr froh, dass es genug Yogalehrer und Gurus gibt, die tatsächlich leben was sie predigen. Und trotzdem denke ich: Nichts entfernt dich so sehr von dir selbst wie blinder Gehorsam. Sei dankbar für dieses wunderbare Geschenk, dass dir dein Yogalehrer gibt und dann nutze es auf deine Weise.

Ich wünsche dir, dass du genau die wunderbaren Yogalehrer triffst, die du brauchst. Und diese sind glücklicherweise in der Überzahl.

Wenn du mehr zum aktuellen Agama Yoga Skandal lesen willst, findest du einen ausführlichen Artikel zu den Geschehnissen unter diesem Link:
https://www.theguardian.com/world/2018/sep/07/under-swamis-spell-14-tourists-claim-sexual-assault-by-guru-at-thai-yoga-retreat

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