Yoga ist kein Sport: 5 Gründe wieso ich Yoga und Workout trenne

Meine erste Motivation in eine Yogastunde zu gehen war definitiv meine körperliche Fitness. Ich hatte keinerlei Ahnung von Yoga und ging mit meiner Mutter in die Yogastunde, die in unserem Fitnesstudio angeboten wurde. Meine Mutter war desöfteren dort und schwärmte davon, wie gut sie sich danach fühlen würde. Also schnupperte ich rein. Es war schweißtreibend und endete in einer Endentspannung mit schönen musikalischen Klängen – ich gebe zu, bis heute ist Savasana mein Lieblingsteil in der Yogastunde. Ich habe keinerlei Interesse zu präsentieren, wie achtsam ich schon immer mit Yoga umgegangen bin, das wäre gelogen. Yoga hat mich schnell gelangweilt und nach einer jahrelangen Pause bin ich erst vor 2 1/2 Jahren zurück zum Yoga gekommen. Diesmal an einem anderen Punkt meines Lebens, mit einer anderen Intention und anderen Lehrern. Mein Workout Gedanke rückte durch den neuen Zugang in den Hintergrund.

1. Yoga hat Ziele, die über den Körper hinaus gehen

Was ist das Ziel von einem Workout? Man will sich disziplinieren, seine Gesundheit stärken, oder in Form kommen. Yoga ist komplexer. Das Ziel der Yoga Philosophie ist Erleuchtung, Samadhi. Auf dem Weg dahin gibt es verschiedene Techniken, die als einen Teilaspekt das Disziplinieren des Körpers und die eigene Gesundheit mit einschließen. Yoga ist eine spirituelle Praxis, ein Work-In, das als netten Nebeneffekt einen trainierten Körper mit sich bringt.

2. Yoga hilft das Ego zu überwinden

Wenn wir ehrlich sind machen wir Sport häufig aus stark egogetriebenen Gründen. Nämlich, um in Form zu kommen oder zu bleiben und nicht nur uns selbst, sondern anderen zu gefallen. Wir sehen Werbeplakate mit perfekten Körpern und sowohl Mann als auch Frau denken: Es ist Zeit, du musst etwas für deinen Körper tun, bald ist der Sommer da. Selten ist das Ego bei dem Gedanken an unser Aussehen nicht involviert. Yoga dagegen strebt an, das eigene Ego zu überwinden. Dass der Körper durch die Yogapraxis attraktiv wird, ist wie gesagt ein netter Nebeneffekt. Aber alles, was das Ego will, hat nichts mit Yoga zu tun. Yoga bedeutet Einheit mit dem höheren Selbst. Das Ego ist auf diesem Weg eher hinderlich.

3. Yoga ist kein Wettbewerb

Anders als beim Sport sollte es beim Yoga keinen Wettbewerb und kein Messen seiner Fähigkeiten geben. Im Yoga kehrt man in sich und lernt sich zu lieben. Vergleichen wir uns mit anderen Yogis sind wir nicht bei uns und somit nicht präsent. Wenn wir präsent sind hört dagegen alles Vergleichen, Streben und jeder Wettbewerb auf. Ich kenne die Zeiten, in denen ich in der Asana Stunde auf andere Yogis schaute. Das kann ich besser, das kann sie besser. Ich denke, wir alle erreichen diesen Punkt irgendwann, denn es ist menschlich und wir leben in einer Vergleichsgesellschaft. Wir treiben uns durch Wettbewerb an. Yoga bestrebt das Erreichen einer Ebene, in der es keinen Konkurrenzkampf mehr gibt.

4. Yoga ist eine Lebenseinstellung

Yoga hört nicht auf, sobald du dein Yogastudio verlässt. Der Yogapfad besteht nach Patanjali aus acht Stufen, die dein ganzes Leben beeinflussen. Yama und Niyama sind die ethischen Prinzipien eines Yogis und die Basis für die weiteren Stufen Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi. Du kannst in deiner Asana Praxis erfolgreich sein. Wenn du Yama oder Niyama nicht praktizierst wirst du die Tiefe von Yoga nicht spüren können. Ich versuche die Yogaphilosophie so gut wie möglich in mein Leben zu integrieren und lerne täglich dazu. Meine Workouts dagegen sind nach dem Training beendet und sind nicht Teil einer größeren Philosophie.

5. Workout für den Körper, Yoga für den Geist

Ich nutze die YAYOG App für mein körperliches Workout. Zusätzlich probiere ich verschiedene Fitness- und Ernährungskonzepte aus, über die mein Freund und ich auf unserem Blog Simplefit berichten. Ich treibe gerne Sport und halte mich auf diese Weise fit. Nur so habe ich es geschafft die Yogaart, die mir gut tut, unabhängig vom Trainingseffekt auszuwählen. Ich habe mich von schweißtreibendem Vinyasa abgewandt und praktiziere nun traditionelles Hatha Yoga und Yin Yoga, in denen ich meinen Atem vor die Perfektion meiner Asanas stelle. Ich arbeite mit den fünf Vayus, den sogenannten Energiewinden in meinem Körper. Nun kann ich Yoga als das genießen, was es ist. Eine Praxis, die mich näher zu meinem Bewusstsein führen kann.

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