Wie ich meine sieben Sachen für Bali packte

Auswandern. Das Wort mag ich nicht, da man es mit gewaltigem Organisationsaufwand und einem langen Abschied verbindet und vor allem einem Risiko zum Scheitern. Bei uns hat sich das alles nicht so angefühlt. Wir sind beide nicht die Typen für unflexible Strukturen oder lange Abschiede. Wir planen mit Spielraum und motivieren unsere Lieben zu Besuchen anstatt über Abschiede zu weinen. Dieser Beitrag ist für alle, die nicht wissen, wie wir hier tun was wir tun. Oder die, die auch überlegen eine gewisse Zeit auf Bali zu leben. Ein Überblick darüber wie bei uns alles begann und Tipps zur Organisation für die Insel der Götter.

Wieso eigentlich Bali?

Wieso eigentlich Bali, haben uns viele gefragt und ich lächle so oft in mich hinein wenn ich an den Reisfeldern vorbei in meine Yogaschule fahre und nicht fassen kann, dass ich gerade hier gelandet bin. Ich reise zwar sehr viel, jedoch war Südostasien nie ein priorisiertes Reiseziel. Um ehrlich zu sein fällt mir manchmal der erste Anstoß zur Bali-Idee nicht mal mehr ein. Wir sagen meistens „Jan wollte surfen und Jasi wollte Yoga, beide wollen wir Sonne und das Meer, also war Bali perfekt“. So beantworten wir die meisten Fragen zur Bali-Auswahl, um unsere Ruhe zu haben.

Das ist jedoch nicht die einzige Motivation.

Bali ist ein Ort des Wachstums, der Ambition und der Energie. Es gibt so viele Expats auf dieser Insel, die ihr eigenes Ding starten möchten, gerade im Surfer- und Yogiparadies Canggu. Sich selbst zu verwirklichen bleibt hier nicht nur eine Idee. In den Coworkingspaces auf Bali wimmelt es nur so von motivierten Menschen mit Ideen und Drang zur eigenen Businessgründung.

Und gerade deswegen fällt auch uns der Schritt zur Selbständigkeit nicht mehr schwer. Das ist der eigentliche Grund wieso wir hier sind und weswegen diese Insel auch für euch das Richtige sein könnte. Natur, Yoga, Surfen, bester Kaffee und ein großer Löffel Inspiration – Bali!

Versteift euch nicht auf einen fixen Zeitraum

Von vornherein wollten wir uns auf keinen fixen Zeitraum auf Bali beschränken. Alles von einem Monat bis zwei Jahre definierte unseren Rahmen. Und mit diesem Gefühl zu gehen ist so befreiend. Mittlerweile sind wir seit 5 Monaten da und es ist so schnell kein Ende in Sicht. Wir haben uns selbst den Druck genommen, uns oder anderen etwas zu beweisen. Für uns gab es nur die Option ein schönes Leben im Ausland zu führen, wenn nicht Bali, dann eben ein anderer Fleck. Viele Menschen sind so besessen von einem bestimmten Zielland, dass sie es als Scheitern betrachten, wenn es dort für sie nicht funktioniert. Aber das kann immer passieren, ein schöner Urlaub ist nicht dasselbe, wie ein Alltag: Job, Umfeld, Klima dort können Menschen enttäuschen.

Wir haben einfach mal gar keine Erwartungen an irgendeinen dieser Faktoren gehabt und niemandem gesagt wie lange wir weg bleiben. Es ist wichtig, dass ihr beim „Auswandern“ keinen fixen Zeitraum festlegt, denn das Leben wird euch in die Quere kommen und ihr findet euch eventuell in einer Situation wieder, in der ihr nur nicht so schnell „aufgeben“ wollt. Das Leben ist zu kurz für sowas! Deswegen: „Von jetzt“ bis „keine Lust mehr“, take it easy!

Schafft eine Einnahmequelle – oder finanziellen Puffer!

Abenteuerlust hin oder her. Wenn ihr langfristig im Ausland leben wollt braucht ihr eine finanzielle Basis oder einen verdammt guten Businessplan. Bali bietet sich jobtechnisch insbesondere für digtale Nomaden an, die vom Laptop aus arbeiten können. Freelancer oder Selbstständige, die an keine Location gebunden sind, morgens surfen oder Yoga praktizieren, tagsüber in der Mittagshitze im Coworking Space arbeiten und dann den Abend mit einer Kokosnuss am Strand den Sonnenuntergang genießen, so sieht sehr häufig das Leben vieler Expats auf Bali aus. Wie es bei uns aussieht? Auch wir sind im Online Business tätig, arbeiten sogar fast jeden Tag – aber weniger Stunden.

In Indonesien ist es nicht einfach einen Job vor Ort zu finden, die Unternehmen sind oft nicht gewillt die Arbeitserlaubnis zu organisieren, da diese sehr teuer ist oder Locals bevorzugt werden. Sicherlich ist es nicht unmöglich, aber blauäugig sollte man hier nicht einreisen, denn dann sind die Ersparnisse ganz schnell aufgebraucht.

Kümmert euch um euer Visum!

Das schöne ist, als digitale Nomaden aus Deutschland hat man viele Möglichkeiten ohne großen Aufwand 30 Tage, 60 Tage, oder länger auf Bali zu leben. Und das auch wenn man in keiner indonesischen Firma angestellt ist und keine Arbeitsgenehmigung hat.

  • Option 1: Das Visa On Arrival für 30-tägigen Aufenthalt bekommt ihr kostenlos am Flughafen auf Bali. Es muss nicht vorher beantragt werden, sondern besteht aus einem Stempel im Reisepass. Dieses Visum ist nicht verlängerbar.
  • Option 2: Das kostenpflichtige Visa On Arrival für einen 30-tägigen verlängerbaren Aufenthalt (+30 zustäzliche Tage) verläuft fast so wie die kostenlose Variante, nur, dass man am Flughafen zum Visa On Arrival Schalter gehen muss und das verlängerbare Visum bezahlen muss (ca. 35 USD). Um das 60 Tage Indonesien Visum zu kommen kann man dann das Visum selbst auf der Immigration verlängern oder einen Agent engagieren. Beide Varianten sind relativ günstig.
  • Option 3: Mit einem Visa Run längerfristig auf Bali bleiben kann man,  wenn man mit dem kostenlosen VoA alle 30 Tage ausreist, zum Beispiel günstig nach Malaysia oder Singapur, oder mit dem kostenpflichtigen VoA alle 60 Tage ausreist. Eine gute Chance, um durch Südostasien zu reisen, aber auch relativ teuer und anstrengend in der Praxis!
  • Option 4 und von mir empfohlen: Wenn ihr schon vorher wisst, dass ihr 60 Tage und nicht nur 30 auf Bali bleiben wollt, könnt ihr bereits ein Touristenvisum in der indonesischen Botschaft in Deutschland beantragen.
  • Option 5: Wenn ihr länger als 60 Tage bleiben möchtet dann ist das Social Visa die Lösung für euch, um ganze 6 Monate auf der Insel zu bleiben, ohne auszureisen. Hierfür braucht ihr einen Sponsor, also einen Einheimischen, der euch „empfiehlt“. Wenn du niemanden kennst, der dies für dich machen kann, kannst du einen Agent hierfür bezahlen.

Keine Angst vorm Abenteuer!

Natürlich sollte man nicht naiv seinen Job kündigen und ohne jeglichen Plan hierherkommen und denken, Bali wird einen mit Handkuss empfangen. Aber wie ihr seht haben wir unseren „Baliaufenthalt“ alles andere als verbissen gestaltet. Wir hatten keinen genauen Plan wie lange wir bleiben, hatten eine angenehme Visumsorganisation und haben uns ohne Druck unserem kleinen Traum genähert.

Wenn ihr euch selbst in das Abenteuer Bali stürzen wollt, sind das eure Quellen: Details zu den Visums-Optionen, findet ihr in dieser Anleitung, einige interessante Reisetipps von den Indojunkies zu Bali und anderen indonesischen Inseln und einen Eindruck von unserem Arbeitsplatz, dem Treffpunkt des digitalen Nomadentums, das Coworkingspace Dojo.

Du magst vielleicht auch