Weihnachtsgedanken Teil 1: Weihnachten und yogischer Minimalismus

Ich liebe die Weihnachtszeit: Die Weihnachtsmärkte, die bunten Lichterketten, den Geruch von Glühwein und Gebäck und vor allem das Zusammenkommen, gemeinsame Essen und die Bescherung an Heilig Abend. Wie viele Yogis mache ich mir aber auch Gedanken zu yogischem Minimalismus in der Weihnachtszeit. Passend zu den letzten Vorbereitungen für die schönste Zeit des Jahres geht es im heutigen Beitrag um Aparigraha.

Aparigraha: Was ist das?

Aparigraha ist ein Teil der Yamas, die allgemeinen ethischen Gebote im Yoga. Aparigraha bedeutet Besitzlosigkeit oder das nicht-Ansammeln von Besitz. Der Yogi lebt dabei in Unabhängigkeit von materiellen und immateriellen Gütern. Aparigraha ist neben Saucha und Santosa ein Teil meiner Weihnachtsgedanken in diesem Jahr.

Meine Annäherung zum Minimalismus

Ich habe als Teil meines Yoga Teacher Trainings Aparigraha testweise in mein Leben integriert. Wieso? Weil Minimalismus in einer stark konsumgeprägten Gesellschaft gar nicht so leicht ist. Ich gehe gerne auswärts essen und liebe wie viele Frauen Shoppen. Für zwei Wochen habe ich mir allerdings vorgenommen, nur Dinge zu konsumieren, die überlebensnotwendig sind. Nach diesen „Testwochen“, die mir gar nicht so schwer fielen, habe ich versucht, mein Geld bewusster auszugeben. Diesen Lebensstil versuche ich seit einem Jahr beizubehalten. Ich lerne, mich über die einfachen Dinge des Lebens zu freuen, die auch ohne viel Geld genossen werden können, wobei lange Spaziergänge und Sonnenuntergänge zu meinen Favoriten gehören. Trotzdem habe ich festgestellt: Strenger Minimalismus ist nichts für mich. Ein bescheidener Umgang mit materiellen Gütern dagegen ist befreiend. Und genau das versuche ich in die Weihnachtszeit zu integrieren.

Aparigraha in der Weihnachtszeit

Gerade in der Weihnachtszeit fragt sich der ein oder andere Yogi, ob der häufig gezwungene Konsum wirklich yogisch sein kann. Ist das alljährliche Kaufen von Geschenken gemäß alter Lehren? Solltest du dich als Yogi von dieser Art des Weihnachtswahns abwenden? Wie in vielen Punkten denke ich es kommt auf das WIE an.

  • Die Art der Geschenke: Rennst du zwei Wochen vor dem Fest noch in ein Kaufhaus und besorgst teure und unpersönliche Geschenke? Oder nimmst du dir die Zeit darüber nachzudenken, wie du deinen Freunden oder deiner Familie eine Freude bereiten kannst? Ein Geschenk, von Herz zu Herz, ist ein Zeichen der Achtsamkeit, des Wohlwollens und der Liebe. Ob dieses Geschenk viel Geld gekostet hat oder selbst gebastelt wurde ist zweitrangig.
  • Die Freude des Weihnachtsfests: Was beschert dir in erster Linie Freude an Weihnachten? Geschenke zu erhalten? Oder ist es das Zusammensein, die Ruhe und die Zeit der Besinnlichkeit? Zu schenken und beschenkt zu werden kann schön sein, solange die Priorität nicht in den Geschenken liegt. Kannst du dich auf die Weihnachtszeit genauso freuen, wenn die Bescherung ausfällt?


Besitzen ja, Abhängigkeit nein? Wie stehst du zu dem ethischen Gebot Aparigraha in der Weihnachtszeit? Ab in die Kommentare mit deinen Gedanken und Weihnachtsritualen!

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