Singapur: Eine Liebeserklärung

Ich habe kaum einen vielfältigeren Ort als Singapur erlebt. Das Essen, die Menschen und das Stadtbild begeisterten mich auf Anhieb. Wenn du dir nicht sicher bist, ob Singapur eine Reise wert ist, versuche ich dich hiermit zu überzeugen. Neutral bleiben kann ich nicht. Liebe macht ja bekanntlich blind.

Das Essen

In Singapur kannst du alles bekommen, wonach dir gelüstet, was für mich ein absolutes Plus ist. Ich liebe essen und mich durch verschiedene Küchen durchzuprobieren. Da meine Möglichkeiten als Vegetarierin oft beschränkt sind genieße ich kulinarische Vielfalt. Ob du malayische, chinesische oder indische Küche bevorzugst – Authentizität zu günstigen Preisen findest du in Singapur in den sogenannten Hawker Centern. Mein Favorit als Vegetarierin ist das Essen in Little India. Dal mit frischem Naan bekommst du im Tekka Centre für umgerechnet 1,90 Euro. Nach dem Essen kannst du dir auf dem dortigen Markt frisches Obst für den Tag kaufen. Hawker Center wie das Maxwell Center oder Lau Pasat bieten sowohl indische, chinesische, als auch malayische Speisen und frische Säfte. Außerdem sind sie ein perfekter Ort, um die Singapurer bei ihrer Mittagspause zu beobachten. In den Hawker Centern gehen sowohl die wohlbetuchten Geschäftsmänner, als auch der ärmere Teil der Singapurer essen. Natürlich kannst du auch teuer Essen gehen und das schicke Leben Singapurs genießen. Es ist alles drin. Da soll noch jemand sagen Singapur sei zu teuer für eine Reise.

Die Menschen

Gewappnet durch meine Erfahrungen auf Bali oder in Bangkok war ich in Singapur auf der Hut vor Touristenfallen. Als ich in mein erstes Taxi gestiegen bin habe ich mit strenger Stimme nach einem Taximeter gefragt. Der Fahrer lächelte mich an und sagte „Don’t worry Madam, you are in Singapore.“ Und schaltete direkt das Taximeter an. In der Wechselstube zählte ich mein Geld dreifach, erkundigte mich nach dem Kurs und war erstaunt, dass die Wechselstube mir diesen eins zu eins wiedergab. In Little India ist der Koch mir mit 20 Cent hinterhergerannt, weil er sich verrechnet hatte. Doch wenn du verliebt bist, fokussierst du dich bekanntlich auf die positiven Seiten deines Auserwählten. Dass die Singapurer in der MRT aufstehen, wenn eine Schwangere oder ein Rentner einsteigt, ist möglicherweise eine Eigenschaft, die ich an anderen Orten nur weniger wahrnehme.

Das Stadtbild

Wenn man an Singapur denkt, denkt man an Marina Bay Sands, Skyscraper und Malls. Da gibt es aber noch mehr. In Teilen Little Indias oder der Umgebung um die Haji Lane und Kampung Glam findest du eine andere Welt vor. Eine einfachere Welt, weit weg von der Perfektion der Skyscraper, aber viel Liebe zum Detail. In der Haji Lane findest du süße kleine Cafés, alternative Shops und die Hipsterszene Singapurs. In Little India viele kleine Märkte, vor denen geflochtene Blumenkränze für die hinduistischen Zeremonien hängen und die Verkäufer zusammen Teh Tarik trinken. Wenn du dich für eine Reise nach Singapur entscheidest empfehle ich dir, beide Welten anzusehen, selbst wenn du nur zwei Tage hast. Es ist spannend und wird nicht langweilig. Ich habe auf meinem zweiten Trip fünf Tage in Singapur verbracht und kam jeden Tag mit Beigeisterung zurück ins Hostel.

Meine Top 10 Low-Budget Empfehlungen für Singapur

  • Im Botanischen Garten schwarze Schwäne und Schildkröten bestaunen und durch den Heilenden Garten spazieren
  • Essen und Schlendern durch Little India
  • Die Aussicht von der Merlion Statue auf Marina Bay Sands genießen
  • Die Lichtershow bei Marina Bay Sands um 20 Uhr ansehen
  • Durch die Hawker Center futtern
  • Durch die Orchard Road, die Haupteinkaufsstraße, laufen
  • Einen Kaffee in der Haji Lane trinken und danach die Streetart bewundern
  • Einen Strandtag auf Sentosa einplanen und über die Hängebrücke zum südlichsten Punkt des asiatischen Festlands laufen

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