Haenim Sunim und die schönen Dinge für 2018

Das Jahr 2017 war ein herausforderndes Jahr für mich. Deswegen habe ich mir seit Anfang Dezember eine Auszeit von meinem Leben auf Bali genommen. Über Weihnachten und Neujahr habe ich viel Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbracht und Ruhe einkehren lassen.

Im letzten Jahr habe ich so viel über mich gelernt wie noch nie. Ich war einerseits von wahrgewordenen Träumen überwältigt und gleichzeitig von Selbstzweifeln und Ängsten geplagt. Mein Zuhause, meinen Job, meine Familie und Freunde hinter mir zu lassen zeigte mir, wieviel von meinem Glück von äußeren Umständen abhängig war.

Zum Ende des Jahres 2017 habe ich Glaubenssätze kreiert, die meine innere Stabilität gestärkt haben. Inspiration habe ich auch durch das Buch Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst von dem buddhistischen Mönch Haemin Sunim erhalten. Die folgenden Zitate stammen von ihm. Kurz vor Rückkehr nach Bali möchte ich meine Glaubenssätze festhalten und mit euch teilen. Durch diese Glaubenssätze übertöne ich wiederkehrende destruktive Gedanken, nachdem ich ihrem Ursprung im letzten Jahr auf den Grund gekommen bin.

Es gibt kein Versagen, nur Lernen und Wachsen.

Der harte Teil von Yoga ist nicht der, der in deiner Yogaklasse stattfindet. Du kannst dich in einem Asana an deine Grenzen pushen. Sagen wir, du stehst in Utthita Hasta Padangustasana, wackelst, verlierst die Balance, fällst und bringst dich diszipliniert zurück in die Position. Genau das gilt es in das Leben abseits der Yogamatte zu bringen. Was passiert, wenn du fällst? Kannst du über dich selbst lachen und probierst es nochmal? Oder richtest du dich? Den Geist des Yoga in dein Leben zu integrieren bedeutet alles als eine Chance des Universums zu sehen um zu lernen und zu wachsen. Streiche das Wort Versagen aus deinem Wortschatz, denn die Angst davor wird dich abhalten von der großen Chance zu wachsen.

„Es ist nicht gut, wenn du immer bekommst, was du willst. Wenn immer alles nach deinem Willen geht, kann es leicht geschehen, dass du faul und arrogant wirst. Möglicherweise kommt dir auch die Fähigkeit abhanden, dich in Menschen mit Schwierigkeiten hineinzuversetzen. Vielleicht ist jede Bedrängnis, die du erlebst, eine wichtige Lebenslektion.“ Haenim Sunim

Erst durch Selbstliebe kannst du Liebe geben und empfangen.

Fakt ist, dass viele von uns von ihrem Partner erwarten, dass er die Leere, die sie empfinden, füllt. „Mach mich glücklich und gib mir was ich brauche.“ Genau an dieser Forderung sollte man ansetzen und Muster erkennen. Ich weiß, dass keiner mich glücklich macht, wenn ich es nicht selbst tue, auch wenn mein Partner Bäume für mich ausreißt. Ich habe den Anspruch mich selbst so weit zu stärken und mit Selbstliebe zu füllen, dass eine Beziehung meine Freude vergrößert, anstatt eine Leere zu füllen. Erst wenn du Selbstliebe empfindest wirst du die Großartigkeit deines Partners schätzen können und sie nicht als Selbstverständlichkeit sehen.

„Für spirituell Praktizierende sind Beziehungen der letzte Test. Selbst wenn du zu deiner erleuchteten Natur erwacht bist, liegt immer noch ein Stück des spirituellen Weges vor dir, wenn du nicht harmonisch mit anderen zusammenlebst.“ Haenim Sunim

Temperament ist keine Entschuldigung.

Temperament ist gut, Kontrolle ist besser. Wie anstrengend ist es für dich und deine Mitmenschen, wenn du jedem emotionalen Impuls nachgibst und ausbrichst? Ich habe „Temperament“ lange als Entschuldigung für Impulsivität genutzt. Dabei hatte ich mich einfach nicht unter Kontrolle. Auf jeden Impuls zu reagieren spiegelt wieder, dass du mit einem Teil von dir nicht im Einklang bist und dein Gegenüber diesen Teil unbewusst adressiert. Egal, ob du es durch Yoga, Meditation oder Therapie lernst: Ein Moment des Innehaltens in einer solchen Situation erspart weiteren Kummer für dich und deine Mitmenschen. Und wenn du dir mit Zeit und Ruhe dein Problem anschaust, dann wirkt es bald nicht mehr so groß. Das Innehalten erlaubt dir nachzuforschen, woher deine Unsicherheit kommt. Denn wem du durch unkontrollierte Reaktionen am meisten Kraft raubst, bist du selbst.

„Die gefährlichsten Menschen sind diejenigen, die leidenschaftlich sind, aber nicht weise.“ Haenim Sunim

Deine Gedanken kreieren deine Realität.

In einer Situation, in der du dich wie gelähmt oder gefangen fühlst wirst du automatisch den Umständen die Schuld geben. Wenn du mit deiner „Realität“ unzufrieden bist schaust du dir andere an. Du vergleichst dich, setzt dich herab und überzeugst dich und andere, dass das Leben es nicht gut mit dir meint. Du begibst dich meistens in die Opferrolle. Das ist deine Realität. Im Yoga dagegen lernst du durch Atmung dein Nervensystem zu beeinflussen und deinen Gedankenstrom zu beruhigen, um in der Meditation zum Beobachter deiner Gedanken zu werden. Du bist nicht verbunden mit ihnen. Die Erkenntnis, die du dadurch bekommst gibt dir die Macht nicht mehr ein Opfer der Umstände, sondern ein Erschaffer deiner Realität zu sein. Du kennst deine Mechanismen, kannst ihnen auf den Grund gehen und deine Muster zu deinen Gunsten ändern. So bist du in der Lage neue Glaubenssätze zu erschaffen und nicht mehr Gefangener deiner Gedanken zu sein.

„Es gibt nur eine Art des Bungee Jumping: Einfach springen! Je mehr du nachdenkst, umso schwieriger wird es. Übertriebenes Nachdenken erzeugt nur Angst und Zweifel. Hör auf zu rufen, „Aber was ist, wenn…?“ Hab Vertrauen und wage den Sprung ins Ungewisse.“ Haenim Sunim

Die Leute interessiert nicht was du tust.

Das Zitat einer guten Freundin von mir. Ganz ehrlich, denkst du so detailliert darüber nach, was andere tun? Ich nicht. Ich bin allerdings häufig damit beschäftigt gewesen, mir darüber Gedanken zu machen, was andere von mir halten. Dabei interessiert es einfach niemanden. Und die Leute, die es interessiert, werden dich nicht verurteilen. Sie werden dich anfeuern, beraten und da sein wenn du sie brauchst. Willst du dein Leben also entsprechend der Erwartungen anderer leben, die sich in Wirklichkeit nicht für dich interessieren? Das wäre Zeitverschwendung. Willst du eines Tages aufwachen und realisieren, dass du ein Leben lebst, das durch Anerkennung Fremder motiviert wurde?

„Diejenigen, die ihr wahres Selbst nicht realisiert haben, leben wie Menschen, die versehentlich das Feld eines anderen bestellen, Willst du selbst eine gute Ernte haben, dann erwache zu deinem wahren Selbst.“ Kyeongbong

Jede Herausforderung, der ich ausgesetzt war, ist ein Geschenk. Ein Geschenk, um zu lernen und zu wachsen, Selbstliebe zu stärken, meine energiefressende Impulsivität zu zügeln und den Mut zu haben meinen Weg zu gehen und nicht in die Fußstapfen anderer zu treten.

Was sind eure Glaubenssätze für 2018? Ab damit in die Kommentare!

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