Neuseelandreflektionen im Concrete Jungle

Der letzte Monat war ein ereignisreicher Monat voller Veränderungen. Jan und ich haben Anfang März Bali verlassen, die Insel, die wir für eineinhalb intensive Jahre unser Zuhause genannt haben. Ich war bereit zu gehen und trotzdem: Einfach war es nicht. Nachdem wir einen Nachmieter für unser kleines buntes Haus in Meernähe mit einem liebevollen neuen Besitzer für unsere wilde Balikatze Solar gefunden haben bereiteten wir unseren Abschied vor und packten alles für unseren Roadtrip in Neuseeland zusammen.

Neuseeland zu bereisen war schon sehr lange mein Traum. Als ich im letzten Juli dann ein günstiges Flugangebot von Kuala Lumpur aus gefunden habe schlugen wir direkt zu. Damals wussten wir noch nicht, dass wir Bali danach verlassen würden um einige Monate in Marokko zu verbringen.

Wir feierten in Neuseeland quasi Abschied von unserer gemeinsamen Zeit auf Bali und bereiteten uns mental auf den neuen Abschnitt in Casablanca vor. In kurzen drei Wochen waren wir sowohl auf Süd- und Nordinsel und haben jeden Tag viele Kilometer zurückgelegt. Die Kinnlade ist uns bei dem Anblick der unglaublichen Natur in Neuseeland nicht selten runtergefallen.

Der Roadtrip in Neuseeland war eine der schönsten Reisen meines Lebens. Rückblickend, im „Concrete Jungle“ Casablancas, kommen mir die Erlebnisse dort wie ein großer Traum vor. Ich bin dankbar, dass ich eine solche Reise erleben durfte.

Neuseelandabenteuer im Campervan

Gerade weil wir nur drei Wochen im Land der Kiwis unterwegs waren entschieden wir uns relativ schnell für die Reise mit einem Campervan. Wir haben den Camper bei SHAREaCAMPER gemietet, einem privaten Campervanverleih. Unser Camper war simpel: Ein umgebauter Familyvan mit einer reingelegten Matratze, Gaskocher, minimalem Küchenequipment, Nudeln für das Abendessen, Müsli für das Frühstück. Das Reisen mit dem Van hat uns erlaubt einen großen Teil der Inseln in kurzer Zeit zu entdecken und an den schönsten Spots in der Natur zu übernachten. Wir haben uns sofort heimisch gefühlt und konnten nicht fassen, was für wahnsinnig schöne Campsites Neuseeland zu bieten hat. Die meisten Campsites waren an atemberaubenden Seen gelegen und so abseits der Städte, dass wir fast jede Nacht einen Bilderbuch Sternenhimmel hatten. Gänsehautgarantie inbegriffen.

Das Land der Eisbad Challenge

Da Jan und ich Fans der Wimhof Methode sind haben wir die Gelegenheit genutzt und in unzähligen eiskalten Flüssen und Seen geplantscht. Um ehrlich zu sein war Jan hier um einiges härter im Nehmen und hat sogar den Hokitika Gorge, einen Gletscher Fluss, nicht ausgelassen. Mir hat der Schmerz beim Füße reinhalten gereicht. Während der gesamten Reise hatten wir nur drei klassische Duschen. Anfangs habe ich mich auch reichlich beschwert, aber irgendwann wurde das Baden in Seen und Flüssen unsere tägliche Routine. Die Seen und Flüsse hatten teilweise Trinkwasser Qualität – und das Baden darin war der perfekte Start in den Tag.

Das befreiende Gefühl Offline zu sein

Was anfangs ein Problem für uns darstellte wurde nur nach zwei Tagen Befreiung pur. Sowohl Laptops, als auch Smartphones waren 1. ohne Akku und 2. ohne Internetverbindung. Wer mich kennt und meinem Blog auf Instagram und Facebook folgt der weiß, dass ich in Thema Social Media ziemlich passiv bin. Ich habe schlicht und ergreifend keine Lust ständig zu präsentieren, wo ich gerade mit wem bin. Genau deswegen tat es mir so gut mich zu disconnected. Nicht erreichbar zu sein war ein echter Energyboost. Wir hatten Zeit für uns und all die Schönheit die uns umgab. Ich erinnere mich an einen der letzten Tage auf der Südinsel, an dem es regnerisch und windig war und unser Abendessen (ja, Nudeln mit Tomatensoße) ausfallen musste. Wir lagen im Campervan und das erste mal seit langer Zeit störte es mich nicht rein gar nichts zu tun und ich genoss die Stille.

Yogapraxis und Sandflöhe

Wer an der Westküste der Südinsel Neuseelands unterwegs war der kennt Sandflöhe. Ich dachte immer es gibt nichts unangenehmeres als Moskitos, bis ich diese kleinen Biester erlebte. Meine Füße haben bis jetzt unschöne schwarze Flecken von Sandflohbissen. Die Flöhe sind an Gewässern und attackieren alle Stellen, die nicht mit Kleidung bedeckt sind, sobald du deinen Campervan verlässt. Extrem lästig wird es dann, wenn du deiner Yogapraxis nachgehen möchtest. Die Sandflöhe machen dir hier einen Strich durch die Rechnung. Gott sei Dank ist nicht die gesamte Südinsel betroffen und es gibt Spots, die gut sind, um Yoga zu praktizieren – auch wenn ich zugeben muss, dass das leider selten vorkam.

Jan und ich sind vor zwei Tagen unsere Lieblingsspots in Neuseeland durchgegangen und ich konnte mich für keinen Ort entscheiden. Glasklare Flüsse und Seen, atemberaubende Hikes in Nationalparks und Regenwäldern, Gletscher, wunderschöne Strände: Neuseeland hat mich fasziniert, zur Ruhe kommen und tiefe Dankbarkeit für das Privileg zu reisen spüren lassen.

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