Tipps zum nachhaltigen Reisen

Reisen ist eine meiner großen Leidenschaften. Die Aussichten, die ich genossen habe, das Wasser, in dem ich geschwommen bin, das Essen, das ich gegessen haben und die Menschen, die mir mit Gastfreundschaft begegneten: All das macht einen großen Teil von mir aus und lässt mich unendliche Dankbarkeit spüren. Und doch ist da etwas, das mir Kopfzerbrechen über das Reiseverhalten anderer, aber auch mein eigenes selbstverständliches Vielreisen als „digitale Nomadin“ bereitet.

Als wir in Neuseeland mit unserem Campervan in einem wunderschönen Wald parkten und ich einen großen Haufen Müll vor mir erblickte kam eine Wut in mir auf, die ich kaum beschreiben kann. Wut, die sich in den letzten Monaten angestaut hatte, über mich selbst, über das Verhalten Einheimischer, über andere Reisende.

Das Müllproblem

Du reist nach Bali, Thailand und co. und bist empört über vollgemüllte Strände, Abgaswolken und das tägliche Plastikverbrennen. Das passt natürlich nicht zu den atemberaubenden Instagram Bildern und deiner Südostasien Bilderbuchvorstellung. Doch ja, so schaut es aus. Die Strände in Südostasien sind abhängig von der Jahreszeit vollgemüllt. Das System der Müllentsorgung ist noch nicht so weit wie bei uns und die Strömungen spülen jahrealten Müll an die Strände. Plastik wird auf Bali teilweise noch verbrannt, weil Müllentsorgung aktuell noch kostet und viele Balinesen es sich nicht leisten können beziehungsweise die Prioritäten woanders liegen.

Aber auch in Neuseeland gibt es Müllentsorgungsprobleme. Im wunderschönen Land der Kiwis konnte man lange Zeit wildcampen. Das Wildcampen wurde jedoch vor einigen Jahren stark eingeschränkt, weil viele Reisende ihren Plastikmüll und jede Menge Fäkalien inklusive Klopapier hinterlassen haben.

Es ist wirklich erschreckend, dass wir an einen ganz bestimmten Ort reisen, um die atemberaubende Natur zu genießen und sie im gleichen Zug unachtsam zerstören.

Das Vielfliegerproblem

Das Flugproblem ist eines der anderen Sorte. Auch ich, als Vielfliegerin, muss mir hier an die eigene Nase packen. Als ich von Neuseeland nach Marokko fliegen musste war ich ganze 48 Stunden unterwegs und musste vier verschiedene Flugzeuge nehmen. Als ich am Flughafen in Kuala Lumpur saß fragte ich mich: Ich organisiere Beach-Clean-Up’s auf Bali und möchte mich für Umweltfragen einsetzen, reise aber Non-Stop um die Welt und bin somit ökologisch ein Teil des Desasters des Klimawandels und der verheerenden Folgen.

Ich habe kürzlich einen interessanten Artikel aus der Zeit dazu gelesen. Wieso sind es gerade die Umweltbewussten und Gebildeten, die so viel reisen? Wir stellen unsere Fernreisen mit unserem Wissen ganz bewusst über den Umweltschutz.

Was du tun kannst um bewusst zu reisen

  • Fliegen: Reise weniger, dafür aber länger. Es ist viel spannender längere Zeit an einem Ort zu bleiben, um Land und Leute kennenzulernen. Anstatt eine Liste unzähliger Destinationen abzuhaken nimm dir mehr Zeit für einen Ort und lerne ihn in seiner Tiefe kennen.
  • Fliegen: Mehr auf dem Landweg reisen! In Europa gibt es so viele Reiseziele, die über Landweg erreichbar sind. Man muss für wunderschöne Reiseziele nicht immer ans Ende der Welt fliegen.
  • Müllproblem: Verzichte so gut es geht auf Plastik! Wenn du im Supermarkt geschälte Bananen in Plastik verpackt siehst dann lass sie liegen. Nimm deine eigenen Taschen zum Einkauf mit und versuche Plastik zu vermeiden.
  • Müllproblem: Nimm an Umweltprojekten Teil. In Destinationen wie Bali gibt es zum Beispiel wöchentliche Beach Clean Up’s, an denen du dich beteiligen kannst. Oder du ergreifst die Initiative und organisierst ein Umweltprojekt.

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